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San Juan, Puerto Rico, 29. Juni 2007 - Auf dem 29. Meeting der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), das vom 25. – 29. Juni in San Juan in Puerto Rico stattfindet, hat eine Reihe potentieller Bewerber für neue Top-Level-Domains (TLDs) mit geografischem Bezug (GeoTLDs) die Organisation aufgefordert, den seit Ende 2005 laufenden Prozess für die Einführung neuer TLDs bald zu beenden und mit der Entgegennahme von entsprechenden Bewerbungen zu beginnen. Die gestrige öffentliche Sitzung des ICANN-Vorstands nahmen Vertreter der Initiativen für .cym (Wales), .gal (Galizien), .nyc (New York City), .paris (Paris) und .berlin (Berlin) zum Anlass, an den ICANN-Vorstand sowie ICANN selbst zu appellieren, dafür eine verbindliche Zeitplanung vorzulegen. Mit neuen TLDs kommt ICANN seiner Aufgabe nach, den Namensraum im Internet zu erweitern. Dirk Krischenowski, Geschäftsführer der dotBERLIN GmbH & Co. KG, sagte: “Dies ist das siebente ICANN-Meeting, auf dem wir unsere Ideen für nützliche Erweiterungen des Namensraums mit der ICANN-Community diskutiert und weiterentwickelt haben. Und wir sind hier, um zu bleiben!� Die so genannten cityTLDs wie .berlin sind neben den sprachlichen und kulturellen TLDs wie die bereits bestehende katalanische .cat eine spezielle Kategorie von GeoTLDs. Beide sorgen für Mehrwert im Namensraum und für die Internetnutzer insgesamt. Bewerbungen für GeoTLDs könnten im Vergleich mit den in der GNSO diskutierten Verfahren relativ leicht bearbeit werden. Unter Nutzung verbindlicher Listen etwa der UNO oder internationaler Städteorganisationen könnten cityTLDs nach den gleichen Mechanismen delegiert werden, wie sie sich für Länder-TLDs (country code oder ccTLDs) seit Jahren bewährt haben.
Anschließend stellte Prof. Wolfgang Kleinwächter die Ergebnisse eines Workshops zu GeoTLDs vor, der am Vortag stattgefunden hatte. Dabei hatten Delegierte der meisten auf der Konferenz anwesenden Interessengruppen, darunter auch Regierungsvertreter, Gelegenheit, die vorgestellten Projekte aus New York, Paris und Berlin zu kommentieren. Es sei dabei mehr als deutlich geworden, dass GeoTLDs für die Internetnutzer zu mehr Auswahl, aber nicht zu mehr Verwirrung führen würden. Auch Kleinwächter konstatierte, dass es sich bei den vorgeschlagenen Namensraumerweiterungen um neue Kategorien handele, für deren Behandlung eine verbindliche Liste hilfreich sein würde.
Schließlich sei die Ländercode-Liste ISO-3166 der Internationalen Standardisierungsorganisation, auf der die derzeitigen ccTLDs beruhen, wegen der damit geschaffenen Gleichsetzung von souveränen Staaten mit Territorien wie der britischen Isle of Man inkonsistent. Eine erweiterte Liste würde auch für ICANN den Prozess vereinfachen. Bewerber könnten Partnerschaften etwa mit den Verwaltern von ccTLDs eingehen, um die Delegierung sicher und verlässlich zu gestalten. Bestehende Bedenken gegen die Einführung derartiger TLDs müssten und könnten angesichts der zu erwartenden Vorteile konstruktiv gelöst werden. Anderenfalls verpasse man Chancen für die Weiterentwicklung des Internets. Den Vorschlag für die Einführung einer eigenen Kategorie für GeoTLDs hatte Bertrand de la Chapelle, französischer Gesandter im Regierungsbeirat von ICANN (GAC), bei dem Workshop und zu verschiedenen anderen Gelegenheiten in die Diskussion bei ICANN eingebracht und dabei die Musterrolle von dotBERLIN hervorgehoben.
ICANN ist eine international organisierte, gemeinnützige Organisation, die die Verantwortung für die Zuordnung von Adressen für das Internetprotokoll und Protokollkennzeichner, die Namenssystemverwaltung der Top-Level-Domains und die Systemmanagementfunktionen der Rootserver innehat.