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Veröffentlicht auf .berlin (http://www.dotberlin.de)

ICANN diskutiert Zeitplan und Regeln für neue Top-Level-Domains

von cmu
Erstellt 2007-11-02 00:00

Teaser

Berlin/ Los Angeles, 02.11.2007 – Auf der 30. Konferenz [1] der Internetverwaltungsorganisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), die noch bis zum 2.11.2007 in Los Angeles stattfindet, wurden der Zeitplan und die Rahmenbedingungen für die bevorstehende Einführung neuer Top-Level-Domains vorgestellt und diskutiert.


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Erweiterung des Internetadressraums steht bevor / Aktuelle eco-Studie belegt Bedarf an lokalen Domainendungen / dotBERLIN begrüßt absehbaren Abschluss der Beratungen

Berlin/ Los Angeles, 02.11.2007 – Auf der 30. Konferenz [2] der Internetverwaltungsorganisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), die noch bis zum 2.11.2007 in Los Angeles stattfindet, wurden der Zeitplan und die Rahmenbedingungen für die bevorstehende Einführung neuer Top-Level-Domains vorgestellt und diskutiert. Die dotBERLIN GmbH & Co. KG, die die Einführung der Domainendung .berlin anstrebt, begrüßte vor Ort den nunmehr absehbaren Abschluss der seit Ende 2005 laufenden Beratungen. Demnach geht ICANN derzeit davon aus, dass ein endgültiger Konsens über den vorliegenden Richtlinienentwurf bis Ende 2007 erreicht werden kann. Laut Planung wird anschließend das so genannte Request for Proposals (RFP) entworfen, mit dessen Verabschiedung zu Beginn des dritten Quartals 2008 gerechnet wird. Zu diesem Zeitpunkt soll dann auch der offizielle Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für die Erweiterung des Internetadressraums veröffentlicht werden. Nach diesem Zeitplan nimmt ICANN Bewerbungen dann im vierten Quartal 2008 entgegen. Mit der Zulassung der ersten Bewerber rechnet man im ersten Quartal 2009. Das RFP soll bereits einen Termin für die nächste Erweiterungsrunde enthalten. „Das ist natürlich sehr hilfreich, weil so einiges von dem Druck weggenommen wird, der bisher auf der nächsten Runde lastet“, kommentierte Dirk Krischenowski, Geschäftsführer von dotBERLIN, während des Workshops [3]. „Wenn alle Interessenten wissen, wann die nächste oder die übernächste Bewerbungsgelegenheit ist, entsteht eine Planungssicherheit, die es bisher nicht gab.“ In den vorgestellten Richtlinien heißt es unter anderem, dass neue Top-Level-Domains bestehende Rechte Dritter nicht verletzen dürfen. Dabei ist das entscheidende Kriterium, dass es sich um allgemeine und durchsetzbare Rechte handelt, die nach internationalen Rechtsprinzipien anerkannt sind. „Dies bestätigt unsere durch mehrere Gutachten renommierter Rechtsexperten untermauerte Rechtsauffassung“, merkt Krischenowski an. Auf dieser Basis werde sich dotBERLIN im kommenden Jahr um .berlin bewerben: „Berlin hat die Chance, als erste Stadt weltweit die Vorteile eines eigenen Namensraums nutzen zu können, auch wenn der Senat von Berlin weiter versucht, unsere Initiative zu verhindern, um sein eigenes Internetportal vor vermeintlichem Wettbewerb zu schützen.“ Auf großes Interesse stießen vor Ort die Ergebnisse einer empirischen Erhebung, die der eco [4] Verband der deutschen Internetwirtschaft Anfang Oktober unter den Internetnutzern der größten deutschen Städte hat durchführen lassen. Wichtigstes Resultat: Es besteht ein klarer Bedarf an neuen lokalen Domainendungen nach dem Muster .stadt oder .region. Auch der Nutzen leuchtet den Teilnehmern ein: So geben 83,6 Prozent der befragten privaten Internetnutzer an, dass ihnen regionale Internetadressen wie beispielsweise www.standesamt.koeln oder www.kinos.berlin helfen würden, Webadressen schneller und bequemer zu finden.

Hintergrund

Die Erweiterung des bestehenden Domainnamenraums ist eine der zentralen Aufgaben der ICANN. Der ICANN-Vorstand hatte daher im Dezember 2005 seine Generic Names Supporting Organisation (GNSO [5]) mit der Erarbeitung von Richtlinien und Empfehlungen für die Einführung neuer Top-Level-Domains beauftragt [6]. In der GNSO sind u.a. Vertreter der Wirtschaft, der Internetprovider, der nicht-kommerziellen Nutzer sowie der Inhaber von Urheberrechten vertreten, die in der Folge intensiv an dieser Aufgabe gearbeitet haben. Auch die .berlin-Initiative sowie die Initiativen für .nyc [7] (New York City) und .paris [8] haben sich in diesen Prozess eingebracht. Anfang August 2007 hat die GNSO ihren vorläufigen Bericht [9] vorgelegt. Darin sind alle Empfehlungen und Minderheitsvoten für das weitere Vorgehen ausgearbeitet. Die bisherigen zwei Erweiterungs-Runden in den Jahren 2000 und 2004 haben gezeigt, dass es keine technischen Hindernisse für neue Top-Level-Domains gibt. Mit der Erweiterung des Domainnamenraums um neue Top-Level-Domains sowohl in lateinischen Zeichen als auch in anderen Schriften (IDNs) wird die Erwartung verbunden, dass den Nutzern weltweit größere Auswahlmöglichkeiten für ihre Präsenz im Internet geboten werden. Zudem können sie dies in ihrer jeweiligen Sprache tun. Die neuen Top-Level-Domains sollen für mehr Wettbewerb bei der Bereitstellung von Registrierungsdiensten sorgen und so zu einem besseren, differenzierteren Angebot für die Konsumenten führen. Diese Sichtweise teilt auch der Deutsche Bundestag, der sich nach Beratungen, an denen neben verschiedenen Ministerien auch der BITKOM, der Deutsche Städtetag und der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft beteiligt waren, insbesondere auch für die Einführung von Top-Level-Domains für Städte und Regionen ausgesprochen hat.

Weitere Informationen zum Thema:

http://gnso.icann.org/issues/new-gtlds// [10]
http://www.dotberlin.de [11]



URL:
http://www.dotberlin.de/de/node/518